Als im Jahre 1158 München zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, war das dem Bau einer Brücke zuzuschreiben. Heinrich der Löwe gab als Herzog von Bayern und Sachsen eine Brücke über die Isar in Auftrag. Das tat er nicht, um seinen Untertanen ein Geschenk zu machen oder um ihnen das Leben zu erleichtern. Es ging um enorme Einnahmen, es ging um Vormachtstellungen, es ging um Salz.

Salz war ein äußerst kostbares Gut, das bis dahin den Weg über eine andere Brücke nehmen musste. Letztere aber entzog sich dem Einfluss Heinrich des Löwen. Also machte er seinem Namen Ehre und ließ die Brücke des Bischofs von Freising zerstören. Jetzt musste der Salzhandel den Weg über die neue Brücke Heinrichs des Löwen abgewickelt werden. Damals war alles erstaunlich einfach. Man fackelte nicht lange.

Mehrfach haben Brücken eine bedeutende Rolle in der Geschichte gespielt. So auch die besagte Brücke über die Isar nahe einer Ansiedlung von Mönchen. Wo heute die Ludwigsbrücke steht, ließ der florierende Salzhandel Kaiser Barbarossa aufhorchen. Die Siedlung Munichen erhielt das begehrte Markt-, Münz- und Zollrecht. Verliehen wurde diese gewinnbringende Ehre durch das Augsburger Schied. Ein Schied war ja das damalige für eine Region zuständige Amtsgericht. Allerdings ließen sich die Bischöfe von Freising so leicht nicht die Butter bzw. das Salz vom Brote nehmen. Sie erreichten eine Beteiligung an den Salz-Gewinnen. Außerdem trieben sie Gebühren für die Nutzung der neuen Brücke über die Isar ein.

Posted by Stoni on October 14, 2008